Das Bild zeigt ein Logo mit einer orangefarbenen Biohazard-Symbol in der Mitte, umgeben von einem Kreis und einem strahlenförmigen Muster. Darunter steht der Text "Order of the New Dawn".
Ein Emblem mit einem Globus, durch den ein Schwert verläuft, und dem Text "Liberty Guard International" darunter.
Logo mit Schild, Caduceus, Kreuz und Lorbeerkranz, darunter die Worte 'ZUSAMMENSCHLUSS FREIER MEDIZINER'
  • Die Liberty Guard International wurde gegen Ende der 2000er Jahre als Private Military Company gegründet. Das Unternehmen selbst gibt 2009 als Jahr seiner Gründung an, jedoch lassen sich seine potenziellen Aktivitäten bis in das Jahr 2007 zurückverfolgen, als mutmaßliche LGI Operators an der Niederschlagung von Protesten in diversen Schwellenländern mitwirkten.

    Ob man diesen Anschuldigungen glaubt oder nicht, die LGI ließ niemals daran zweifeln, was sie waren: Effizient, pragmatisch, teuer.

    Egal ob global agierende Unternehmen, Autokraten aus Ländern mit prekärer Menschenrechtssituation oder verbrecherische Warlords, wer bereit und in der Lage war, für die Ausübung mehr oder weniger gerichteter Gewalt zu bezahlen, wurde nicht enttäuscht.

    Einer der größten Kunden war die Blackridge BioGen Inc., ein von dem US-Amerikaner Tom Mayweather gegründetes Unternehmenskonglomerat, welches weltweit offiziell in den Bereichen Pharmazeutik, Gentechnik und Mikrobiologie forschte. “Advancing Life, Shaping Tomorrow”.

    LGI stellte spätestens seit ihrer offiziellen Gründung Sicherheitspersonal für Einrichtungen von Blackridge BioGen in aller Welt. Sicherheitspersonal mit Panzerfahrzeugen, Kampfhubschraubern, schweren Waffen und umfangreichem CBRN-Equipment.

    Als der Ausbruch von KX-7 bekannt wurde, hatte Mayweather mehr als nur großes Interesse daran, Proben und Forschungsergebnisse des Organismus zu erlangen

    Er kaufte die LGI kurzerhand auf und begann damit, Teams aus speziell ausgebildeten Operators in die Rote Schleife zu schicken. Während nach und nach das vollständige Ausmaß des Ereignisses bekannt wurde, die Abschottung der kontaminierten Gebiete im Raum stand und die Zone mehr und mehr wie ein Kriegsgebiet wirkte, stieg der Personalbedarf für die örtlichen Operationen der LGI ins unermessliche. Es wurde damit begonnen, alles und jeden anzuheuern, der in der Lage ist, eine Waffe richtig herum zu halten und sich bereit zeigt, für genug Geld auf eine Reise ohne garantierte Möglichkeit zur Rückkehr zu gehen.

    Vorgeblich ist das Ziel der LGI wieder Ordnung in die Zone zu bringen und Wege zu finden KX-7 einzudämmen, es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass die Wahrheit eine Andere ist.

    Aufrichtigkeit und Humanismus zahlen schließlich keine Dividenden.

  • Seit ihrer Gründung direkt nachdem die Zone ausgerufen wurde, die Grenzzäune hochgezogen waren und der Bau der großen Mauer begonnen hatte, ist der ZFM eine Vereinigung all jener, die noch so etwas wie Hoffnung haben.

    Die Anfänge des ZFM lassen sich bereits in den ersten Tagen nach Bekanntwerden des Ausbruchs nachvollziehen. Während Behörden und Institute damit beschäftigt waren fruchtlose Gegenmaßnahmen auszuarbeiten, der aufkommenden Panik in der Bevölkerung Herr zu werden und das öffentliche Leben so gut wie möglich am Laufen zu halten, gab es zahlreiche Personen, denen die Maßnahmen zur Krisenvorsorge nicht reichten.

    Die bekanntesten und in Retrospektive auch wichtigsten dieser Personen waren zwei deutsche Mediziner und ein Mikrobiologe:

    Dr. Markus Heller, Internist und Infektiologe, Robert Koch-Institut
    Dr. Freya Mikkelsen, Epidemiologin, Robert Koch-Institut
    Prof. Dr. Tobias Krüger, Professor für Mikrobiologie, promovierte 2001 über das pandemische Potenzial mykologischer Pathogene

    Heller und Mikkelsen begannen im Zuge ihrer Tätigkeit rasch einen möglichen Verlauf für die Ausbreitung von KX-7 auszuarbeiten und stießen hierbei auf die Arbeiten von Krüger, den sie prompt mit in ihre Arbeitsgruppe aufnahmen. Sie analysierten die bekannten Ausbrüche, erstellten Bewegungsmuster epidemiologisch relevanter Personengruppen, versuchten die Eigenschaften von KX-7 abzuschätzen und fassten ihre Ergebnisse in einem insgesamt 173 Seiten langen Bericht zusammen.

    Und die Ergebnisse waren vernichtend. Nach der Einschätzung des Trios war KX-7 durch die eingesetzten Maßnahmen weder zu stoppen noch nennenswert zu verlangsamen und tatsächlich effektive Maßnahmen waren politisch, personell, technologisch und materiell quasi nicht durchführbar. Sie publizierten ihre Arbeit, wurden jedoch nicht gehört. Der politische Wille war nicht da und große Teile der Bevölkerung waren nicht bereit, die nötigen Entbehrungen in Kauf zu nehmen.

    Also beschloss das Team, dass sie selbst Vorbereitungen für den Worst Case treffen würden. Und sie fanden Verbündete. Ärzte, Pflegepersonal, Rettungskräfte, Logistiker und viele mehr, welche den Ergebnissen der Studie die nötige Bedeutung beimaßen, schlossen sich zusammen, um in der Stunde des Zusammenbruchs Hilfe leisten zu können.

    Als die Zone ausgerufen wurde, die Versorgung von außen schwer bis unmöglich war und es keine organisierte Unterstützung für die zahlreichen Überlebenden gab, wurden sie dringender benötigt denn je. Und so gründete sich der ZFM, das letzte Leuchtfeuer der Menschlichkeit in einer sterbenden Welt. Bis heute kommen Freiwillige von außerhalb in die Zone, um ihren Teil zu tun. Und auch wenn viele jener nicht aus reiner Nächstenliebe handeln, in der Zone hat alles seinen Preis, ist der ZFM für viele ein Licht in der Finsternis.

    Doch so sehr der ZFM für Hoffnung steht, so sehr ist er auch gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die außerhalb der Zone undenkbar gewesen wären. Ressourcen sind knapp, Medikamente begrenzt und nicht jeder kann gerettet werden. Triage ist keine Ausnahme mehr, sondern Alltag. Wer behandelt wird, wer warten muss und wer aufgegeben wird, liegt oft im Ermessen einzelner Personen.

    Im Zentrum ihrer Arbeit steht bis heute die sogenannte Stabilisierungsbehandlung gegen KX-7. Eine Kombination aus antimykotischen Wirkstoffen, körpereigenen Abwehr Verstärken und aggressiven Hemmstoffen, die den Pilz im Körper verlangsamen. Diese Medizin ist in der Zone als “Zymotrol” bekannt. Sie heilt nicht, sie stoppt nicht endgültig, aber sie verschafft Zeit. Tage, Wochen, Monate, in seltenen Fällen sogar Jahre. Zeit, in der ein Mensch noch er selbst sein kann.

    Diese Behandlung ist jedoch teuer, kompliziert und belastend für den Körper. Häufige Nebenwirkungen sind Desorientierung, Sehstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme und psychologische Auffälligkeiten, bis hin zu vorübergehenden psychotischen Zuständen.

    Dennoch ist sie für viele die einzige Alternative zum sicheren Verfall.

    Mit der Zeit entwickelte der ZFM ein Netzwerk aus mobilen Lazaretten, versteckten Behandlungsstationen und improvisierten Forschungseinrichtungen. Alte Krankenhäuser wurden zu Festungen, Keller zu Laboren und Krankenwagen zu fahrenden Kliniken. Funknetze, Boten und verschlüsselte Codes halten die einzelnen Zellen miteinander in Verbindung.

    Doch nicht jeder vertraut dem ZFM.

    Einige sehen in ihnen nichts weiter als Händler von Zeit. Menschen, die Hoffnung rationieren und daraus Profit schlagen. Andere werfen ihnen vor, Wissen zurückzuhalten oder bewusst nur ausgewählten Gruppen Zugang zu lebensverlängernden Behandlungen zu gewähren. Und dann gibt es Gerüchte… über Experimente, über neue Varianten von KX-7 und über Patienten, die “anders” zurückkehren.

    Ob diese Gerüchte wahr sind oder nicht, lässt sich schwer sagen. Der ZFM selbst schweigt hierzu.

    Fest steht nur eines:


    Ohne den Zusammenschluss Freier Mediziner wäre die Zone längst kein Ort mehr für Überlebende, sondern nur noch ein Massengrab.

  • Die Order of the New Dawn trat erstmals in den späten Jahren des Zerfalls öffentlich in Erscheinung. Ein genaues Gründungsdatum existiert nicht. Ihre Anhänger behaupten, der Orden habe nie wirklich begonnen, sondern sei vielmehr eine unvermeidliche Konsequenz einer Welt, die sich selbst überlebt hat. Inoffiziell lassen sich jedoch erste organisierte Aktivitäten einige Jahre nach den großen Zusammenbrüchen nachverfolgen, als vereinzelte Gruppierungen mit ähnlicher Ideologie begannen, sich unter einem gemeinsamen Banner zu vereinen.

    Ob man sie als religiöse Bewegung, militante Bruderschaft oder fanatischen Kult bezeichnet, scheint ihnen selbst gleichgültig zu sein. Der Orden ließ nie Zweifel daran, was sie sind:

    Unerschütterlich. Fanatisch. Unaufhaltsam.

    Wo andere auf Vernunft, Technologie oder Diplomatie setzen, sieht der Orden nur Schwäche. Für sie kann eine neue Welt nicht verhandelt werden, sie muss geschmiedet werden. In Feuer, Leid und Reinigung.

    Im Zentrum ihres Glaubens steht eine Figur, die außerhalb des Ordens meist nur mit Schrecken oder Abscheu genannt wird:

    Doktor Svoboda.

    Für den Orden ist er kein Wissenschaftler. Kein Verursacher. Kein Wahnsinniger.

    Er ist der Schöpfer.

    Die Myco Fauna KX-7 gilt ihnen als sein heiliges Werk. Nicht als Katastrophe, sondern als Geschenk. Als Werkzeug und Prüfung. In ihren Predigten wird die Ausbreitung von KX-7 nicht als Untergang, sondern als Beginn einer notwendigen Reinigung interpretiert. Eine Welt, die daran zerbricht, war in ihren Augen nie würdig, weiter zu bestehen.

    Wer sich anpasst, überlebt.
    Wer stark ist, herrscht.
    Wer fällt, war nie bestimmt, Teil des neuen Morgens zu sein.

    Ihre Struktur erinnert weniger an moderne Organisationen als vielmehr an längst vergangene Zeiten. Der Orden ist in sogenannte Häuser gegliedert. Autonome Machtzentren, angeführt von Rittern, die über ihre Gefolgsleute herrschen wie einst Adlige über ihr Land. Kleinere Außenposten bestehen oft nur aus einem einzelnen Haus, während größere Ansammlungen mehrere Häuser vereinen, deren Ritter ein Konzil bilden, um über gemeinsame Feldzüge und Glaubensfragen zu entscheiden.

    An der Spitze dieses Gefüges steht eine einzelne Figur:

    Der Große Seher Falk, der Flammenprophet, Hüter der Letzten Wahrheit, Stimme des kommenden Morgens, Erwählter des Schöpfers.

    Unter seiner Führung wandelte sich Der Orden von einer losen Ansammlung fanatischer Gläubiger zu einer disziplinierten, expansionsgetriebenen Macht. Falk predigt nicht nur den Untergang der alten Welt. Er verkündet die Vollendung von Svobodas Werk. Jeder Schritt, jede Schlacht, jedes Opfer ist in seinen Augen Teil eines größeren Plans.

    Die Anhänger des Ordens verehren Ideale, die sie aus einer romantisierten Vorstellung des Hochmittelalters ableiten: Ehre, Pflicht, Opferbereitschaft und den unerschütterlichen Glauben an eine höhere Bestimmung. Doch was sie daraus gemacht haben, ist alles andere als rein. Ihre Rüstungen, grob zusammengefügt aus Schrott, verstärkt mit moderner Technik und überladen mit Symbolik, sind weniger ein Zeichen von Schutz als vielmehr ein Ausdruck ihrer Ideologie:

    Größer. Einschüchternder. Unerbittlicher.

    Viele Menschen fürchten sie nicht nur wegen ihrer Gewalt, sondern wegen ihrer Überzeugung. Denn im Gegensatz zu Söldnern oder Plünderern kämpfen sie nicht für Ressourcen, Macht oder Überleben.

    Sie kämpfen für Glauben.

    Und Glaube kennt keine Grenzen.

    Der Orden sieht sich nicht als Retter.
    Sie siehen sich nicht einmal als Eroberer.

    Sie siehen sich als Werkzeug.

    Als Klinge in der Hand ihres Schöpfers.

    Ihr Ziel ist nicht, die Welt zu bewahren, sondern sie zu vollenden. Im Namen Svobodas und seines heiligen Werkes.

    Denn in den Augen des Ordens ist eines gewiss:

    Der neue Morgen gehört nicht den Überlebenden.

    Sondern den Auserwählten.