2046 – Die Welt nach dem Bruch
Man sagt, die Welt sei 2018 untergegangen.
Das stimmt nicht.
Sie hat einfach beschlossen, an einer Stelle aufzuhören.
Mitten durch Mitteleuropa verläuft heute eine Wunde.
Kein Land beansprucht sie.
Keine Karte zeigt sie ehrlich.
Die Leute nennen sie nur noch:
Die Zone.
Der Ursprung
Was genau 2018 freigesetzt wurde, weiß offiziell niemand.
Inoffiziell weiß es jeder, und niemand spricht es laut aus.
Eine Biowaffe.
Kein Virus, keine klassische Seuche. Etwas… Anpassungsfähigeres.
Innerhalb von Wochen wurde das Gebiet abgeriegelt.
Innerhalb von Monaten verschwand es aus der öffentlichen Wahrnehmung.
Nicht weil es weg war,
sondern weil niemand mehr hinschauen wollte.
Die Abriegelung
Rund um die Zone entstand ein Sicherheitsgürtel.
Zäune, Mauern, Wachtürme,
Sensoren, Drohnen und scharfe Munition.
Aber nicht, um Menschen draußen zu halten.
Sondern um sicherzustellen,
dass nichts von innen jemals wieder hinauskommt!
Diesen Gürtel kontrolliert eine einzige Organisation:
S.A.B.R.E. – Scientific Assessment And Biodefense Response Executive
Sie sind Richter, Torwächter und Totengräber zugleich.
Und die Einzigen, die offiziell die Zone betreten und wieder verlassen dürfen.
Für die Forschung, sagen sie…
Für die Menschheit.
Was die Zone geworden ist
Die ersten Jahre gehörten den Zurückgelassenen.
Zivilisten. Familien. Ganze Städte, abgeschnitten und vergessen.
Die meisten sind tot.
Die, die geblieben sind, haben sich angepasst.
Heute, fast 30 Jahre später, ist die Zone etwas anderes:
Ein Ort, an dem Regeln nicht gelten.
Ein Ort, an dem Moral ein Luxus ist.
Ein Ort, der Menschen anzieht.
Wer in die Zone geht
Niemand landet mehr zufällig dort.
Man geht freiwillig.
Oder man wird geschickt.
Söldner, die für Geld alles riskieren
Glücksritter, die hoffen, etwas Wertvolles zu finden
Verlorene, die draußen nichts mehr haben
Verurteilte, die nie zurückkehren sollen
Gerüchte sagen, dass ganze Gefängnissysteme „entlastet“ wurden.
Ein Transport rein. Kein Transport zurück.
Offiziell passiert das nicht.
Inoffiziell stellt niemand Fragen…
Die Zone gehört niemandem –
und genau deshalb kämpft jeder darum.
Über die Jahre haben sich Gruppen gebildet:
Banditen, die nehmen, was sie wollen
Fanatiker, die glauben, die Zone sei eine Prüfung… oder ein Geschenk
Händler, die aus Chaos Profit schlagen
Überlebende, die einfach nur den nächsten Tag erreichen wollen
Allianzen entstehen schnell…
Und sterben noch schneller!
Die Wahrheit
Die Zone verändert alles.
Die Umgebung.
Die Tiere.
Die Menschen.
Manche sagen, sie verändert sogar die Realität selbst.
Andere nennen das Wahnsinn.
Beides könnte stimmen.
Und jetzt?
Wenn du das hier liest, bist du entweder auf dem Weg hinein…
oder schon längst drin.
Draußen interessiert sich niemand für dich.
Drinnen interessiert es niemanden, wer du mal warst.
Hier zählt nur noch eines:
Was du heute überlebst.
Die Zone
Seit dem Jahr 1939, als der Zweite Weltkrieg die Welt in Flammen setzte, wurde das Leben der Menschen von Leid, Gewalt und Verlust geprägt. Jahrzehnte später brachte ein brüchiger Frieden neue Hoffnung,
Bis ein einziger Zwischenfall alles veränderte.
12. Oktober 2018.
In einer abgelegenen Forschungseinrichtung nahe Liberec (CZ) , verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit, wurde an etwas gearbeitet, das niemals hätte existieren dürfen: Myco Fauna KX-7.
Während eines Testlaufs unter realen Bedingungen kam es zu einem Stromausfall. Sabotage wird bis heute vermutet. Was folgte, war keine Störung. Es war ein Ausbruch.
Die ersten betroffenen Gebiete, später bekannt als die „Rote Schleife“, erstreckten sich über Nordböhmen, Niederschlesien und Teile der Oberpfalz und Frankens. Doch was dort begann, ließ sich nicht eindämmen.
Der Befall breitete sich aus. Langsam. Unaufhaltsam.
Aus einem isolierten Ereignis wurde eine wachsende Bedrohung.
Aus der roten Schleife wurde die Zone.
Die Gebiete sind noch bewohnbar.
Doch das Leben dort ist kein Leben mehr.
Die Menschen, die einst ihre Heimat kannten, kämpfen nun Tag für Tag ums Überleben: gegen Verfall, gegen Mutation, gegen eine Welt, die sich verändert hat… und weiter verändert.
Hier endet die alte Ordnung.
Und etwas Neues hat begonnen.
Myco fauna KX-7
Myco Fauna KX-7, auch bekannt unter dem Codenamen „Blutsporen“, ist ein hochgradig instabiler biologischer Kampfstoff, der ursprünglich im Rahmen eines geheimen Forschungsprojekts entwickelt wurde. Das Ziel war die Erschaffung eines adaptiven, myko-organischen Waffensystems zur kontrollierten Transformation von Wirtsorganismen, ein Instrument für asymmetrische Kriegsführung, das sich eigenständig an Umwelt und Ziel anpassen kann.
Seinen Ursprung hat KX-7 vermutlich in einem verlassenen sowjetischen Bunkerkomplex im Ralsko-Wald in Nordböhmen. Dort wurden im Jahr 2015 erstmals Sporen entdeckt, die keine natürliche genetische Übereinstimmung aufwiesen. Stattdessen enthielten sie künstlich eingefügte DNA-Fragmente, die auf frühere, experimentelle Biowaffenprogramme hindeuten. Nach der Sicherstellung durch inoffizielle Forschungseinheiten begann zwischen 2016 und 2018 eine intensive Phase der Analyse, Modifikation und Erprobung.
Durch gezielte Eingriffe (darunter Strahlung, Gentechnik und chemische Beschleuniger) wurde die Anpassungsfähigkeit der Sporen massiv gesteigert. Das Resultat war ein Organismus, der nicht nur auf Wirte reagiert, sondern aktiv deren biologische Struktur verändert. Nach Kontakt mit einem Wirt beginnt die Transformation innerhalb weniger Stunden: Gewebe wird durchzogen von Myzelstrukturen, der Körper stabilisiert sich auf neue Weise, und in frühen Stadien bleiben sogar Teile des Bewusstseins erhalten. Gleichzeitig zeigen Infizierte Hinweise auf ein übergeordnetes, netzwerkartiges Verhalten.
Am 12. Oktober 2018 kam es in einer Forschungseinrichtung nahe Liberec (CZ) zum entscheidenden Zwischenfall. Während eines Testlaufs unter Realbedingungen führte ein Stromausfall (vermutlich durch Sabotage) zum vollständigen Kontrollverlust. Große Mengen der Sporen wurden unkontrolliert freigesetzt und verbreiteten sich über Luft, Wasser und Tierbewegungen.
Die ersten betroffenen Gebiete, später als „Rote Schleife“ bekannt, umfassten Nordböhmen, Niederschlesien und Teile der Oberpfalz sowie Frankens. Von dort aus breitete sich der Befall weiter aus und formte die heute bekannten Zonenstrukturen: die Zone als Kerngebiet der Kontamination und die Breachzone als instabiler Randbereich.
Heute gilt Myco Fauna KX-7 als aktiv, unkontrolliert und nicht eindämmbar. Die betroffenen Regionen sind weiterhin bewohnbar, doch das Leben dort ist geprägt von stetigem Verfall, Mutation und dem allgegenwärtigen Risiko der Infektion. Was als Waffe gedacht war, hat sich längst verselbstständigt.
Und es entwickelt sich weiter.